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Lesezeit: 2 min

„Best Practice“

Im Winter 2010 von Dr. Günther Januth

Dieser Artikel erschien vor 16 Jahren im Meraner Stadtanzeiger und ist unter Umständen nicht mehr ganz aktuell

Der immer häufiger gebrauchte Begriff im Titel, der aus der Betriebswirtschaft stammt und auch in der Kommunalverwaltung verwendet wird, kann frei als „optimaler Ablauf“, „vorbildliche Methode“ oder „beste Vorgehensweise“ übersetzt werden. Wissend, dass es nicht immer nur solche gibt, möchte ich diese Rubrik diesmal nutzen, um – nicht ganz ohne Stolz – über ein Musterbeispiel aus der Meraner Stadtverwaltung zu berichten. Ich hole etwas aus: In einem so genannten „Masterplan“ haben wir unter anderem den kurz- und mittelfristigen Bedarf an Kindergartenplätzen nachgewiesen – um dem Nachwuchs auch in Zukunft verlässlich solche garantieren zu können. Dann kam eine Entscheidung des Landes, die zwar nicht grundsätzlich falsch ist, aber unsere Planung komplett über den Haufen geworfen hat: Das Kindergartenalter wurde heruntergesetzt. Mit einem Schlag reichten unsere Plätze nicht mehr aus. Was tun – vor allem im Hinblick auf den nahenden Beginn des Kindergartenjahres?

Und hier beginnt die „Erfolgsgeschichte“: Ein neuer Kindergarten musste her! Innerhalb kurzer Zeit stand der Texelpark als Standort fest. Auch wenn es Kritik hagelte, hielten wir daran fest: Die Entscheidung war nämlich aufgrund einer Erhebung getroffen worden, wo die Kinder wohnen – und wie sie am schnellsten und sichersten einen zentral gelegenen Kindergarten erreichen. ZWEI WOCHEN wurde hausintern gearbeitet; dann legten Architektin Anita Schenk und Zeichner Giuseppe Giacomuzzi das Projekt vor: für eine ansprechende einstöckige Fertigbaukonstruktion aus Holz (mit großen Fensterflächen und mit Klimahausstandard A), welche eine Montage in kurzer Zeit möglich machte. Zwei deutsche und zwei italienische Kindergartensektionen sollten auf den rund 1000 Quadratmetern eine Heimstätte finden. Es folgten Genehmigung, Finanzierung und Ausschreibung – alles ohne viel Zeit zu verlieren.

Die Verwirklichung des Baus wurde selbstverständlich nach außen gegeben – und zwar an die Firma Heinrich Brugger. Als Projektsteurer hatte mit Giorgio Delladio ein Gemeindetechniker die Zügel in der Hand. Und gedauert haben diese Arbeiten knapp DREI MONATE – dann war das moderne Gebäude für die Kinder nutzbar! Fast gleichzeitig wurde übrigens in Obermais auch eine neue Sektion des Kindergartens St. Georg errichtet; auch in diesem Fall ist zwischen Planung und Fertigstellung nur denkbar wenig Zeit vergangen. „Beste Praxis“ also!

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Ausgabe 5/2010
Meraner Stadtanzeiger 5/2010
Fri, 12. Mar 2010

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  • „Best Practice“
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